Gesundheitsinfos

Allergien - und was man dagegen tun kann


 
In der Apotheke gibt es Informationen und Hilfe für Pollenallergiker
 

Als Allergien bezeichnet man eine Überempfindlichkeit des Immunsystems gegen an sich ungefährliche Substanzen, die Allergene. Heute schätzt man, dass mehr als 30 Prozent der Bevölkerung darunter leiden. Nach Angaben der Europäischen Stiftung für Allergieforschung ECARF nehmen Allergien in allen industrialisierten Ländern dramatisch zu. Damit verbunden sind auch enorme volkswirtschaftlichen Kosten, schon heute verursachen Allergien allein in der EU Belastungen in Höhe von 100 Milliarden Euro pro Jahr. . In Österreich leiden etwa zwei Millionen Menschen an einer Atemwegsallergie, am häufigsten ausgelöst durch Pollen.

Das Spektrum der Symptome ist breit und reicht vom unangenehmen Heuschnupfen über Asthma bronchiale bis zum anaphylaktischen Schock.



Ragweed (Traubenkraut)-Pollen haben im Herbst Hochsaison.    Bei den meisten Allergien - etwa drei Viertel - handelt es sich um Pollenallergien, ausgelöst durch:

    Gräserpollen (auch Getreide wie Hafer, Weizen, Gerste, Roggen)
    Baumpollen (Erle, Hasel, Birke) und
    Kräuterpollen (Ragweed, Beifuß, Margarite, Löwenzahn, Raps)


Dabei wiederum sind Birkenpollen im Frühjahr und Ragweed im Herbst die häufigsten Auslöser.

Bei einer Allergie macht das Immunsystem sozusagen aus einer Mücke einen Elefanten. Es reagiert auf unschädliche Stoffe mit einer heftigen immunologischen Abwehrreaktion. Diese Stoffe können sehr unterschiedlicher Herkunft sein. Von Hausstaubmilben und Tierhaaren über Naturgummi und Pollen bis zu Nahrungsmitteln wie Apfel, Sellerie, Soja; Milch, Nüsse und Fisch. Zwischen Pollen und Nahrungsmitteln kann es auch zu sogenannten Kreuzreaktionen kommen - die Allergie auf gewisse Pollen kann auch zu einer Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln führen.

Allergien können Folgekrankheiten nach sich ziehen - vor allem Asthma. Deshalb sollte man Allergien gründlich behandeln und erste Anzeichen bei Kindern sehr ernst nehmen.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich gegen Allergien zu wehren. Die Behandlung von Allergien ruht auf drei Säulen:

    Allergieauslöser so gut wie möglich meiden
    Medikamente und andere Maßnahmen zur Linderung der Symptome
    spezifische Immuntherapie, auch bekannt als Hypo- oder Desensibilisierung.


Rette sich, wer kann - das gilt für Pollenallergiker ganz besonders. In diesem Sinne wäre es günstig, den Urlaub so zu planen, dass man die "schlimmste" Zeit in den Bergen oder am Meer verbringen kann. Wenn das aber nicht möglich ist, helfen auch Vorsichtsmaßnahmen wie: möglichst wenig im Freien aufhalten; den Rasen im Garten oft kürzen; Fenster beim Schlafen schließen, auch Auto die Fenster geschlossen halten.


Es gibt Möglichkeiten einer vorbeugenden Behandlung, um die allergische Reaktion des Körpers während der Pollensaison zu mildern.

Hat die Allergie jedoch schon eingesetzt, sind Antihistaminika die Mittel der Wahl, um die Symptome zu mildern. Antihistaminika können die Wirkung des Histamins aufheben. Es gibt sie als Tabletten oder Tropfen. Moderne Präparate haben weniger Nebenwirkungen als ältere.

Eines der Medikamente beinhaltet den Wirkstoff "Levocetirizin". Es handelt sich dabei um den Nachfolger von "Cetirizin". Letzteres besteht noch aus einem Gemisch von spiegelsymmetrischen Wirkstoffmolekülen, von denen nur die Hälfte einen Effekt hat. Bei "Levocetirizin" handelt es sich nur um jene Substanzvariante, die am Histamin-Rezeptor (H1-Rezeptor) bindet. Dadurch soll das Medikament noch besser wirken.

Ein weiteres Medikament ist eine Weiterentwicklung aus dem bewerten Wirkstoff "Loratadin" wurde "Desloratadin". Er blockiert ebenfalls wesentlich stärker und länger den Histamin-Rezeptor. Die moderneren Antihistaminika machen nicht mehr schläfrig, auch gleichzeitige Nahrungs- bzw. Alkoholaufnahme soll den Effekt nicht mehr einschränken.

Um das Allergieproblem an der Wurzel zu packen, empfiehlt sich eine spezifische Immuntherapie. Einzelheiten darüber erfragt man am besten bei Spezialisten in einer Allergieambulanz zum Beispiel. Die exakte Diagnose, also die Identifizierung des allergieauslösenden Stoffs, steht am Anfang einer spezifischen Behandlung. Bei einer Desensibilisierung bekommt der Patient den Allergieauslöser in sehr geringen Mengen verabreicht. Dabei soll sich der Körper die Überreaktion "abgewöhnen".

SO KÖNNEN SIE DEN POLLEN BESSER AUS DEM WEG GEHEN:

    Halten Sie sich so wenig wie möglich im Freien auf. Versuchen Sie, an Tagen starker Pollenbelastung längere Aufenthalte und Sport im Freien zu meiden und Ihren Tagesrhythmus auf die Belastungshöchstwerte einzustellen. Wenn Sie doch einen Spaziergang unternehmen, so gehen Sie in den Laubwald (Laub filtert Pollen). In der Regel ist die Belastung in der Stadt abends und am Land frühmorgens am höchsten.

    Nützen Sie Pollenwarndienste und Pollenkalender. Über die Medien, im Internet www.pollenwarndienst.at/, bei Arzt und Apotheker erhalten Sie Pollenkalender mit Informationen über die Blütezeit der Pflanzen, die Konzentration der Pollen in der Luft und einen Richtwert über die 'Route' des Pollenflugs.

    Tragen Sie Sonnenbrillen. Eine Brille – idealerweise mit Seitenschutz – kann einen Teil der Pollen abfangen. Sind die Augen geschützt, kann der fliegende Blütenstaub schwerer hinein gelangen und Reizungen werden verhindert.

    Vermeiden Sie zusätzliche Anstrengung für die Augen. Durch Bildschirmarbeit und trockene oder staubige Luft werden die sensibilisierten Augen noch mehr belastet. Legen Sie auf jeden Fall regelmäßige Pausen ein.

    Lüften Sie nur an belastungsarmen Tagen. Achten Sie dabei auf die Windrichtung und halten Sie nachts die Fenster geschlossen.

    Intensivieren Sie Körper- und Kleidungspflege. Pollen bleiben am Körper und an der Kleidung haften. Um sie zu entfernen, sind eine gründliche Dusche, tägliches Haarewaschen oder intensives Durchbürsten sowie täglicher Kleidungswechsel ratsam. Deponieren Sie getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer.

    Trocknen Sie die Wäsche nicht im Freien.

    Halten Sie die Wohnung staubfrei. Verwenden Sie einen Staubsauger mit Filter oder wischen Sie feucht.

    Flüchten Sie in den Urlaub. Planen Sie in der Pollenhauptsaison einen Urlaub ein. Ab einer Seehöhe von 1.500m und am Meer bzw. auf küstenfernen Inseln sind Sie vor den Pollen sicher. Beachten Sie die Faustregel: je weiter südlich, desto früher fliegen die Pollen

    Verwenden Sie im Auto einen Pollenfilter (Achtung, unbedingt regelmäßig reinigen und wechseln!).

    Stop Smoking. Nikotin schädigt die Schleimhäute der Atemwege und macht sie anfälliger für die Reizung durch Pollen.

    Achten Sie auf Ihre Gesundheit. Nehmen Sie regelmäßig Ihre antiallergischen Medikamente ein und stärken Sie die allgemeine Immunabwehr.

    Reinigen Sie Ihr Haustier. Auch bei den Haustieren setzen sich Pollen im Fell fest und sie bringen diese so in die Wohnung.

    Nicht die Augen reiben. Durch den Druck des Reibens wird Histamin freigesetzt und der Juckreiz wird verstärkt.

    Für Heuschnupfen-Allergiker wichtig: den Rasen vor der Gräserblüte Anfang bis Mitte Mai mähen und immer ganz kurz halten. Anstelle von pollenstarken Pflanzen wie Birke und Hasel sollten Rosen, Lippenblütler wie Lavendel und Salbei sowie Kletterpflanzen angebaut werden.


Pollenkalender im Internet: www.pollenwarndienst.at/

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